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Großziethen
- Demnächst
stellt Harald Schmitt bei mir in Großziethen aus, erzählt
Monika Krüger ganz beiläufig. Harald Schmidt?, fragt
man verdutzt. Nein, Harald Schmitt, entgegnet die Galeristin
und Malerin. Zwei "T" am Ende, bitte. Also nicht der
berühmte Late-Night-Talker; fast macht sich ein wenig Enttäuschung
breit. Das wäre mal was: Der Fernsehstar zeigt gehässige
Kritzeleien im Landkreis Dahme-Spreewald.
Dann der Blick auf die Vita vom anderen Harald, dem mit zwei "T" im
Nachnamen - Fotograf für den Stern ist er, liest man. Erster Preis World
Press Foto 1976, Dritter Preis World Press Foto 1087, liest man weiter. Ist doch
nicht so uninteressant, dieser Schmitt. Aber warum stellt der renommierte Hamburger
ab Januar ausgerechnet in Großziethen aus? Den kenne ich persönlich,
erklärt Monika Krüger. Ach so.Auf ihrer Internet-Homepage (http://www.galerieeinstein.de)
hat sie ihn bereits vorgestellt: "Fotografiert alles gern außer Mode",
steht da zum Beispiel.
Und die anderen Künstler, die während dieses und des vergangenen Jahres
ihre Werke in den Räumen der gebürtigen Berlinerin zeigten, kannte
sie die auch persönlich? Nein, da haben sich die Kontakte übers Internet
ergeben, antwortete sie. Und räumt ein, dass eine Galeristin auf dem Lande
ohne Online-Ausflüge schwerlich Kontakt zu internationalen Künstlern
aufnehmen könnte. Auch ihre Bekanntschaft mit dem österreichischen
Maler Erwin Kastner wurde auf der Datenautobahn eingefädelt. Unglaublich,
was die Suchmaschinen alles unter dem Schlagwort Kunst ausspucken, erzählt
Monika Krüger. Beim Surfen ist sie auf Kastners Aquarelle gestoßen:
Ein Blick, und sie war schrill begeistert, so ihre Erinnerung. Via E-Mail teilte
sie dem Künstler ihre Bewunderung mit. Ab März wird Kastner seine farbkräftigen,
nonchalant hingetuschten, aber durchaus realistischen Bilder in der Galerie EinStein
zur Schau stellen. Er hat die Ansprüche der Galeristin erfüllt: Wer
bei ihr ausstellt, muss nicht berühmt sien, nur gut, sagt sie.
Gebühren nimmt Monika Krüger nicht von den Künstlern, lediglich
einen Anteil aus Verkäufen beansprucht sie für sich. Perspektivisch
möchte sie den großzügigen Galerieraum, der neben ihrem Wohnhaus
liegt, außer den bildenden auch den darstellenden Künsten offenhalten.
Mal schauen, ob ein paar Schauspielschüler den Raum für einen Autritt
nutzen möchten, denkt sie laut über ein breitgefächertes kulturelles
Angebot nach.
Monika Krüger greift auch selbst zum Pinsel. Von Kindesbein an, immer
schon ohne Unterricht. Wenn ihr ein Kunstprofessor rät, sie solle doch
mehr Handwerkszeug erlernen, wird Monika Krüger trotzig - sie will sich
nicht verbilden lassen. So malt sei denn ohne akademischen Ballast - meistens
lebensbejahend, das ist wichtig. Derart entstand auch der erotische
Bilderbogen. Beleibt und splitternackt vergnügen sich
die Leiber auf ihren Bildern miteinander. Aber auch Clowns
und Hähne hat sie gemalt - bunt ist Trumpf. Lars Grote
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