Großziethen
- Menschengewimmel in der
Schillerstrasse. Monika Krüger hat ihre Galerie "EinStein" eingeladen.
Sie zeigt Werke des in seiner Heimat berühmten Malers Namchaizerengijn
Sanchir aus Ulan Bator. Die Vernissage findet in den Asien-Pazifik-Wochen
statt. Dazu ist eine dreiköpfige Delegation aus der Mongolei
angereist.
Dicht drängten sich die Besucher vor den Bildern. Dazwischen
fallen besonders die schwarzhaarigen Schönheiten der Damen
aus dem fernen Asien auf. Es wird vor den Bildern lebhaft debattiert.
Dass im Land der weiten Steppen, der Schaf- und Pferdeherden
so modern gemalt wird, erstaunt manchen. Zugegeben wird in der
Einführung durch Monika Krüger, dass Sanchirs
Bilder wie seine Diplomarbeit 1977 "Die Völker tanzen" heftig
umstritten waren und sind. Eben dieses Bild sicherte ihm aber an der Akademie
Bestnoten.
Der 1947 geborene Sohn eines Malers, Architekten und Bühnenbildners erhielt
seine Ausbildung an der Repin-Akademie ab 1971 im damaligen Leningrad. Mongolische
Ausstellungen zeigten im Ausland von Moskau bis Managua von Addis Abeba bis Havanna
stets Bilder des jungen Künstlers. Seit 1989 erweiterte sich der Radius
seiner Ausstellungsmöglichkeiten bis nach Westeuropa, in die USA, nach Japan.
Immer kehrte er in die Heimat zurück. Hier sind auch seine Themen angesiedelt.
Einige Bilder heißen "Brandzeichen". Amtsdirektor Udo Haase,
der einige Jahre in der Mongolei lebte, erklärt: "Jede Familie hat
ihr eigenes Brandzeichen. Es wird auch den Tieren eingebrannt. Wo es keine Weidenzäune
gibt, müssen die Züchter ihr Vieh auseinanderhalten können."
Die "Sonne" ist ein Feuerball im Gras. "Vögel" erinnern
an den hohen Himmel über den Weiten. Aus dem Privatbesitz Haases zeigt ein
Nebenraum drei Bilder des Sanchir-Vaters. Der hat in den zwanziger Jahren in
Berlin und Leipzig studiert und an der Freien Schulgemeinschaft Wickersdorf (Thüringen)
gewirkt. Dieser "Westaufenthalt" brachte dem Mongolen dann nach der
Rückkehr eine längere Haftstrafe ein.
Auch die Gäste aus der Mongolei haben sich die umfangreiche Sammlung angeschaut.
Sie kennen sich in Großziethen schon aus.
Ein Jugendaustausch zwischen Ulan Bator und Schönefeld rückt in
greifbare Nähe.
Schon im kommenden Jahr erfolgt der Gegenbesuch. Drei Schönefelder reisen
dann in die Mongolei. Elfriede Steyer
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Ausstellungseröffnung
in der Galerie EinStein in Großziethen. Zu Gast waren der
Mongolische Botschafter Bajar-Saikan (links) sowie sein Staatssekretär.
Hier mit Amtsdirektor Udo Haase (rechts) und Galeristin Monika
Krüger.
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