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Großziethen. Die
Brüder Guido und Johannes Häfner sind mit handwerklicher
und bildender Kunst zu beiderseitigem Nutzen eine Verbindung
eingegangen. Was dabei herausgekommen ist, zeigt jetzt die Galerie
EinStein.
Von Guido Häfner sieht man Stahlplastiken, wie er sie seit 1991 schafft.
Acrylbilder auf Papier, Zeichnungen, Computergrafiken stellt Johannes Häfner
aus. Die Arbeiten beider Künstler zeugen sowohl von lebhafter Phantasie,
als auch von Gestaltungskraft.
1993 wurde die Idee vom Königskasper geboren. Er ist König und Witzfigur
in einem. Darin steckt die Macht und wie sie sich mitunter lächerlich macht.
Mit dem Entstehen der Königskasper-Frau sind sie auf den Machtkampf zwischen
Mann und Frau gekommen. Die herausgestreckte Zunge, die langen ausgestreckten
Finger von Guido Häfners Stahlplastik stellen eine Bedrohung für den
Mann dar, sprechen wohl für falsch verstandende Gleichberechtigung oder
für die Erkenntnis, daß die Frau in die uralte Domäne des Mannes
erfolgreich eindringt. So weit wie der Betrachter geht Häfner in seiner
Interpretation nicht. Er sagt, "sie behält weiter ihre patriarchaische
Frauenrolle bei, ist damit unglücklich, aber nicht mutig genug, ihr Dasein
verändern zu wollen".
Die Künstler, im oberfränkischen Schlaifhausen geboren, haben mit der
Kasper-Figur auf eine heimatliche Volksfigur zurückgegriffen. Ihr Königskasper
wirkt ausgelassen, kann aber auch ein stummes grübelndes Wesen sein. Darin
liegt das Anliegen. "Er zeigt die vielfältigen Seiten unseres Daseins".
Mit ihm nimmt Johannes Häfner die "Gesellschaft kritisch unter die
Lupe", wie er sagt. Die Uniformität des Denkens. Dazu sind Archetypen
entstanden: Musterknabe, Hirnbirn, Schnabelbaby, Kopfrüssler, Olimpia. Sie
beispielsweise entstand aus einer Gedankenverbindung der Olimpia bei E.T.A. Hoffmann
in der Geschichte "Der Sandmann" mit den Menschen heute, die sich vom
Computer, vom Bildschirm abhängig gemacht haben. Die persönliche Bindung
verschwindet, man kommuniziert per Internet. Die Auseinandersetzung weicht der
Beendigung eines Gesprächs per Knopfdruck.
Eine Ausstellung, die reichlich Anlaß zum Nachdenken gibt, wenn man die
Hintergründe in diesen Fabelwesen, ob in Stahl oder im Bild, aufspüren
will.
Beide Künstler leben in Nürnberg. Seit 1997 haben sie ihre Arbeiten
in 26 Ausstellungen präsentiert. Zweimal zeigten sie sie im Berliner Raum.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 30. Juli. Die Galerie EinStein befindet
sich in Großziethen, Schillerstrasse 5. Tel. 03379/445173.
Elfriede Steyer |

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