Galerie EinStein

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Die Brüder Häfner zeigen nachdenkliche Kunst
22. Juni 1999
Märkische Allgemeine
     
 

Großziethen. Die Brüder Guido und Johannes Häfner sind mit handwerklicher und bildender Kunst zu beiderseitigem Nutzen eine Verbindung eingegangen. Was dabei herausgekommen ist, zeigt jetzt die Galerie EinStein.

Von Guido Häfner sieht man Stahlplastiken, wie er sie seit 1991 schafft. Acrylbilder auf Papier, Zeichnungen, Computergrafiken stellt Johannes Häfner aus. Die Arbeiten beider Künstler zeugen sowohl von lebhafter Phantasie, als auch von Gestaltungskraft.

1993 wurde die Idee vom Königskasper geboren. Er ist König und Witzfigur in einem. Darin steckt die Macht und wie sie sich mitunter lächerlich macht. Mit dem Entstehen der Königskasper-Frau sind sie auf den Machtkampf zwischen Mann und Frau gekommen. Die herausgestreckte Zunge, die langen ausgestreckten Finger von Guido Häfners Stahlplastik stellen eine Bedrohung für den Mann dar, sprechen wohl für falsch verstandende Gleichberechtigung oder für die Erkenntnis, daß die Frau in die uralte Domäne des Mannes erfolgreich eindringt. So weit wie der Betrachter geht Häfner in seiner Interpretation nicht. Er sagt, "sie behält weiter ihre patriarchaische Frauenrolle bei, ist damit unglücklich, aber nicht mutig genug, ihr Dasein verändern zu wollen".

Die Künstler, im oberfränkischen Schlaifhausen geboren, haben mit der Kasper-Figur auf eine heimatliche Volksfigur zurückgegriffen. Ihr Königskasper wirkt ausgelassen, kann aber auch ein stummes grübelndes Wesen sein. Darin liegt das Anliegen. "Er zeigt die vielfältigen Seiten unseres Daseins". Mit ihm nimmt Johannes Häfner die "Gesellschaft kritisch unter die Lupe", wie er sagt. Die Uniformität des Denkens. Dazu sind Archetypen entstanden: Musterknabe, Hirnbirn, Schnabelbaby, Kopfrüssler, Olimpia. Sie beispielsweise entstand aus einer Gedankenverbindung der Olimpia bei E.T.A. Hoffmann in der Geschichte "Der Sandmann" mit den Menschen heute, die sich vom Computer, vom Bildschirm abhängig gemacht haben. Die persönliche Bindung verschwindet, man kommuniziert per Internet. Die Auseinandersetzung weicht der Beendigung eines Gesprächs per Knopfdruck.

Eine Ausstellung, die reichlich Anlaß zum Nachdenken gibt, wenn man die Hintergründe in diesen Fabelwesen, ob in Stahl oder im Bild, aufspüren will.

Beide Künstler leben in Nürnberg. Seit 1997 haben sie ihre Arbeiten in 26 Ausstellungen präsentiert. Zweimal zeigten sie sie im Berliner Raum.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 30. Juli. Die Galerie EinStein befindet sich in Großziethen, Schillerstrasse 5. Tel. 03379/445173.

Elfriede Steyer

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