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Großziethen. Am
Sonnabend eröffnete Monika Krüger in ihrer Galerie "EinStein" die
Türen für eine Ausstellung der 98er Bilder
des Malers Ralf Lentering Bis zum 21.Februar werden dort die
Arbeiten des Westfalen zu sehen sein.
Lentering ist Autodidakt und seit 1997 freiberuflich tätig. Alles, was bisher
in Acryl und Öl auf Leinwand entstanden ist, hat er - natürlich ausgestattet
mit Talent - ganz aus sich heraus geschaffen. Wie weit das geht, ist auf seinem
Bild "Wasser des Lebens" zu sehen, "mein erstes in Öl",
wie er dazu sagt. Obwohl in seinem leuchtenden silbrigen Blau geradezu ins Auge
springend, wird es etwas im Hintergrund präsentiert. Die Farbe strömt
von einem Mittelpunkt nach außen, ein silberner Ball scheint darin zu schweben.
Lentering sieht in ihm seine Seele. Wohl der Ausdruck einer Art Befreiung, denn
1994 ausgebrannt, krank, kam er in zwei Jahren zur Neubesinnung. Ausbildung,
Karriere, Familie hatten die Kräfte ausgezehrt. Die Kunst hat dem 1960 in
Soest Geborenen nicht nur neue Kraft gegeben, sondern dem Ingenieur den Start
in ein neues Berufsleben ermöglicht. Aus der Welt der Computer ist ihm die
enge Verbindung zur englischen Sprache geblieben. So erklärte er, daß ein
Teil seiner Bilder englische Titel trägt wie "Faces" oder "Desert
rain", was in Deutsch zu sagen, gut möglich wäre. Jedoch setzt
er hinzu, daß mit zunehmenden Selbstvertrauen, wohl auch Vertrauen in seine
künsterischen Fähigkeiten, er genau benennt, was er darstellt: "Soester
Mauer" in grünem Sandstein unter nachtdunklem Himmel bestrahlt vom
gelben Laternenlicht. Oder auch "Landschaft bei Köln", die Verbindung
von Natur und Technik.
Er sei ein kommunikativer Mensch, sagt er, der sich nicht njr mit Worten
mitteilt. Dadurch, daß er die Inspiration aus der Realität bezieht
- ein Baum ist ein Baum, ein Mensch ist ein Mensch, wenn auch überhöht
- will er "auf Leute zugehen, ihnen den Zugang zu dem, was ich hingesteckt
habe, erleichtern". "Talk to me" zeigt einen in schwungvoller
malerischer Linie schmerzgebeugten Menschen; die Flammen aus seinem Nacken deuten
auf die Intensität des Schmerzes, der helle Fleck darüber ist der erlösende
Lichtblick. Manche Bilder haben nach dem Gespräch mit dem Maler eine Aha-Wirkung.
Jedes der zwanzig gezeigten Werke lädt zum Verweilen, zum Nachdenken ein. Elfriede
Steyer |
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