Großziethen
- Für eine ungewöhnliche Symbiose sorgte am Sonntag
die Malerin Monika Krüger in ihrer Galerie "EinStein",
die nach einem großen Findling im Garten ihres Grundstücks
genannt wurde. Sie beteiligte sich mit der Präsentation von
Kunstobjekten und Werken am "Tag des offenen Ateliers"
und gleichzeitig an der Aktion des Urania-Vereins, die zum Besuch
von rund 40 offenen privaten Gärten in Berlin und Brandenburg
einlud. Galerie und Garten waren somit Schau- und Gesprächsort
für Künstler und Besucher.
Im rund 2000 Quadratmeter großen Landschaftsgarten mit Walnussbaum
und vielen Nadelhölzen ziehen unter anderem ein alter Springbrunnen,
ein japanischer Steingarten mit chinesischem, bemalten Tonkrieger
und ein Eisenpavillion die Blicke auf sich. Zahlreiche Kunstobjekte
aus Ton und Metall vervollständigen das Ambiente. "Ich
komme aus Marienfelde und bin ganz überrascht, dass man vor
den Toren der Großstadt und der eigenen Wohnungstür solch
ein Angebot findet", sagte eine Besucherin.
Die Großziethener Malerin bot gleichzeitig der Berliner Tonkünstlerin
Maria Berberich reichlich Raum zur Präsentation ihrer Werke.
Sie war mit drei verschiedenen Tonobjekten nach Großziethen
gekommen und musste viele Fragen beantworten. Besonders eindrucksvoll
war ihr Werk "Ins Gras gebissen". Es zeigt Tonköpfe
mit leidenen Gesichtsausdrücken, Krieger aus den verschiedenen
Epochen. Ein Inkagesicht ist ebenso dabei wie ein Römerkopf
oder ein Totenschädel unter einem Stahlhelm. "Die Arbeiten
zu diesem Werk begann ich 1999 als Antwort auf die Vorgänge
in Kroatien, Afghanistan und dem Irak", erzählte die Künstlerin.
Ganz anders, heiter und fantasievoll, dagegen ihr Objekt "Familienausflug",
das eine fliegende Familie mit ausgebreiteten Armen darstellt.
Flughafen als Kunstthema
"Wir sind beide auch auf die Problematik des nahen Schönefelder
Flughafens eingestellt", erläuterte Monika Krüger
den Besuchern einige der Arbeiten in Garten, Atelier und Galerie.
Im besonderen Interesse stand dabei Krügers neuestes Werk "Ikarus
oder der Traum vom Fliegen". Eine gebrannte Tonfigur - ein
Ikarus - wurde dabei mit einer Acrylmalerie kombiniert. Krüger
bereitet sich bereits auf eine Ausstellung zum Thema "Fliegen"
im künftigen Rathaus von Schönefeld vor.
Mitte der 90er Jahre eröffnete die Künstlerin Ihre Galerie
in Großziethen und schuf damit für sich und andere Künstler
eine Plattform außerhalb des etablierten Kunstbetriebes. Kommunalpolitisch
und künstlerisch engagiert, möchte Monika Krüger
seitdem zum Wohlfühlen in diesem boomenden Schönefelder
Ortsteil beitragen. Zwei neue Ausstellungen sind in diesem Jahr
in ihrer Galerie vorgesehen. usch
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