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Großziethen
- Der Schritt über
die Schwelle der Galerie EinStein zur Vernissage war zugleich
der Schritt in eine andere Welt.
Zwischen grob geschnitzten Holzplastiken
und bizarren Algen war Schmuck ganz eigener Prägung wie zufällig hingeworfen
angeordnet. Verena Knobloch, die seit acht Jahren nahe Kapstadt
in Südafrika lebt, hat mit Ekipas Halsschmuck geschaffen,
der jede europäische Frau begeistern kann.
Aus fein geflochtenen Leder- oder sogar
Stahlbändern und
Ketten aus Elefantenhaar sind einige Anhänger. Teilweise sind
sie der weiblichen Brust nachempfunden, die mitunter in der aufrecht
stehenden Brustwarze endet. Andere sind in der Form Schiffen nachgebildet
- alles der Umwelt des Schöpfers entstammend - das eigentliche
Schmuckstück - eben Ekipas. Sie entstanden aus Elfenbein.
Da stutzt der Betrachter. Jedoch gab es im 19. Jahrhundert, als
die Ekipas entstanden, noch keinen Artenschutz. Jedoch sind einige
auch aus Knochen oder dem Holz der Makalanepalme geschnitzt worden.
Das geht zurück auf eine Tradition der Ovambos, des größten
ethnischen Gruppe in Namibia und dem Volk der im Süden Angolas
lebenden Kwanyama.
Verena Knobloch hat ihren Berufsweg
als Reiseverkehrsfrau begonnen. Beinahe zwangsläufig führte sie ihre Arbeit auch nach
Südafrika. Dort hat sie ihren seit längerem in Kapstadt
lebenden Mann kennengelernt und ist ihm schließlich nach
reiflichen Überlegen, wie sie sagt, dorthin gefolgt. Verschieden
waren die Aufgaben, die sich ihr dort stellten. So richtete sie
ein Gästehaus in afrikanischem Stil ein und auch ein Wohnhaus
sowie zuletzt ihr eigenes. Seither widmet sie sich der Schmuckgestaltung,
weil sie da zu Hause arbeiten kann. Inzwischen hat sie einen eigenen
Workshop und die " Movin'Art Gallery" in Kapstadt. Man
glaubt es der lebhaften und grazilen jungen Frau gern, dass sie
schnell mit Leuten ins Gespräch kommt. So traf sie einen Sammler
aus Windhuk. Der hat einen Antik-Shop in Nanibia. Von ihm konnte
sie die Ekipas kaufen, die sie verarbeitet. Das nennt sie einen
Glücksumstand, denn es sind Raritäten, wie sie erklärt,
da Ekipas heutzutage nicht mehr angefertigt werden.
Verena Knobloch hat diese Kombination aus
afrikanischer Tradition und Moderne nach Berlin gebracht. Monika
Krüger von der Großziethener
Galerie EinStein hat mit sicherem Instinkt für ungewöhnliche
Kunst ihr die Ausstellungsmöglichkeit in der Region geboten.
Die Schmuckstücke wirken zeitlos und modern. Manches Ekipa ist
bräunlich, manches rötlich eingefärbt. Jedes Schmuckstück
ist ein Unikat. |

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