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Großziethen - Für
die Asien-Pazifik-Wochen hat die Galeristin Monika Krüger sich
etwas Besonderes einfallen lassen. Zwei Künstler aus dem Reich
der Mitte im Land Brandenburg, verhieß die Einladung. Am Sonntag
Abend wurde in der Galerie EinStein die Ausstellung "Tradition
und Moderne der gegenwärtigen Kunst in China" eröffnet.
Yang Jun und Li Feng sorgen mit ihren
Bildern und Installationen bei manchem Besucher für einen
Aha-Effekt. Anwesend waren neben den Künstlern auch ein
Botschaftsrat der Volksrepublik China, ein Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums
und Politiker aus dem Landkreis. Es hatte sich auch viele eingefunden,
die eine besondere Beziehung zu dem fernen China verbindet. "Chinesische
Kunst, auf diese scheinbar prägnante Formel gebracht, das
waren meine ersten Überlegungen zu dieser Ausstellung",
sagte Monika Krüger einleitend. Jedoch sei sie dann erschrocken
gewesen über ihre Vermessenheit, einen so kleinen Ausschnitt
als Gesamtbild ausgeben zu wollen. Sie stellte die Frage in den
Raum, was wir denn tatsächlich von der sozialen und kulturellen
Entwicklung in diesem volkreichsten Land der Erde wissen.
Gelegenheit,
mehr darüber zu erfahren, war in vielen Gesprächen
im Verlauf des Abends gegeben. Die Kunstwerke selbst beantworteten
manches. Für die uralte Tradition chinesischer Kunst steht
beispielsweise, was Yung Jun ausgestellt hat. Seine Bildwerke
verbinden Malerei und Schrift auf glückliche Weise. Seine
Kunst geht bis in die Tang-Dynastie (618-907) zurück, die
einen Stand höchster Kultur erreichte, besonders in der
Malerei. Berühmte Künstler widmeten sich der Kalligraphie.
Leider mussten den Besuchern der Vernissage verborgen bleiben,
welchen Inhalts die Schriftzeichen sind. Li Feng repräsentierte
eine neue, frei gestaltende Künstlergeneration. In Großziethen
zeigen seine Bilder, wie das Verhältnis von Tradition und
Moderne neu formuliert werden kann. Heiterkeit bei den Besuchern
erregte die Feststellung einer Dame, dass "Versunkene Richtung" falsch
herum hänge. Auf der Einladung sei das Bild umgekehrt. Das
Symbol trächtige Bild, das in durchsichtigem Harz einen
abwärts weisenden Pfeil im Zentrum hat, führt auf der
Einladungskarte aufwärts - eine ungewollte Verkehrung. Der
Künstler platzierte es richtig.
Von der nächsten Woche an ist
die sehenswerte Schau im Amt Schönefeld, Lilienthalstrasse
6 in Waltersdorf für vier Wochen ausgestellt. Elfriede Steyer |

Die Kunstwerke von Li Feng und Yang
Jun (v.l.) vereinen traditionelle mit modernen Elementen und geben
einen interessanten Einblick in die chinesische Gegenwartskunst.
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