Großziethen
- Eine neue Ausstellung bei Monika
Krüger in ihrer Galerie
EinStein. Sie zeigt Werke von Charlotte Herzog von Berg. "Zwischen
Mythen und Realität" ist das Thema ihrer faszinierenden
Arbeiten in Acryl und Eitempera auf Leinwand. Die Bilder sind
nicht sehr groß, noch kleiner die Farbradierungen, können
aber auch auf geringen Raum viel vermitteln.
Die Malerin hat Leben, Lebensgewohnheiten, Betrachtungsweisen
anderer Kulturen aufgenommen und verarbeitet. Sie hat beobachtet
und in die Menschen hineingehorcht. Asien mit Japan - wo sie
inzwischen auch zwölf mal ausstellte - China, Indien
brachten sie dem Buddhismus nahe. Einfach, ehrlich, mitfühlend, bescheiden
sein "als Grundlage des Lebensgefühls", so drückt sie es
aus, da spürte sie eine Seelenverwandschaft.
Die Auswahl ihrer Werke, die sie hier zeigt, haben einen großflächigen
Mittelpunkt, eine Stupa, ein Wüstenschloss, der kegelförmige Berg einer
Wolke gleich, dessen Umrisse durch einen ganz schmalen gelb strahlenden Rand
wie Sonnenlicht betont werden. Der Ursprung des Bildes wird deutlich durch für
das Land oder die Kultur typischen Miniaturen am Rand. Das sind Tiere, Bananenfrüchte
oder -blätter, Symbole. Gern verwendet Herzog Gold, es verrät Lebensfreude.
Schon als Kind hat sie gern und viel gemalt. Farben sind für sie lebensnotwendig.
Keiner gibt sie den Vorzug. Natürlich herrscht bei Wüstenbildern Gelb
und Braun vor. Bäume und Pflanzen zeigen naturnahe Farben. Dabei ist nichts
naturalistisch. Der Kunstkritiker Hermann Wissler habe sie eine Farbarbeiterin
genannt, erzählt sie und gibt ihm recht.
In der Akadademie wollte sie noch abstrakt malen. Herzog hat von 1956 bis
1963 in München und Berlin studiert. Ein Aufenthalt in Rom lag dazwischen. Sie
war Meisterschülerin von Professor Trier an der Berliner Kunsthochschule.
Inzwischen hat sie sich von Vorgaben bestimmter Kunstrichutngen frei gemacht.
Sie hat ihren eigenen Stil. Mit Aufenthalten in europäischen Ländern
sowie in Afrika, den USA und Asien ist sie gereift. Sie braucht die Welt, in
der es sie umtreibt und kehrt doch immer wieder gern zurück. stey
|