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Zur Presseartikel-Übersichtsseite "Blutverteilung" ist im Gang
Provozierendes in der Galerie EinStein: Makaber schön
26. Juni 2000
Märkische Allgemeine
     
 

Großziethen. Die Galerie EinStein darf sich laut Richterspruch weiter "EinStein" nennen. Wäre auch schade um den Sinn des großen einen Steins vor dem Haus gewesen. Mehr aber noch um den Ruf, den sich die Galerie inzwischen in der Kunstwelt erarbeitet hat. Dem wurde sie am Sonnabend wieder einmal auf das Beste gerecht.Nach der Eröffnung einer Ausstellung des Malers und Grafikers Andreas Noßmann vor einer Woche hieß es nun " Blutverteilung im Gang ". Dafür sorgten makaber schön Harald Effenberg als Sprecher sowie Matthias Haring mit Trompete. Komposition, Arrangement und Fred Stern auf dem Bass. Lyrik und Jazz vom Feinsten.

Ganzer Zoll: Ein Schau-Spieler

So ganz wohl kann der Galeristin dabei nicht gewesen sein, obwohl sie sich selbst mit einer solchen Veranstaltung einen lang gehegten Wunsch erfüllt hat. Recht hatte sie. Da waberte das Blut nur so durch den Raum, quollen Eingeweide aus nackten Körpern, wurde Lebendes und Totes zur Schau gestellt.Keine Sorge. Es handelt sich nicht um ein zum Schlachthaus umfunktioniertes Gemäuer.

Die Gedichte waren Teile der musikalischen Arrangements. Ihr Rhythmus bestimmt die Rhythmen der Musik. Entsprechend waren sie ausgewählt. Natürlich hatten Trompeter und Bassist auch ihre Soli. Und jeder Anhänger von Jazzmusik hatte hier auch seine Genugtuung. Es war keine Zufall und doch schien es so, das die Grafiken von Andreas Nossmann stimmig für dieses Programm ausgewählt worden waren. Da war der Invalide mit dem Holzpflock als Bein, die "Nervensäge" - ein durch die Luft geschleuderter Mann -, aber auch der rasende Dirigent oder der von Leidenschaft angetriebene Geiger.

Harald Effenberg sprach, spielte vor allem Gedichte von Gottfried Benn, aber auch Erich Kästner und Charles Baudelaire. Benns "Fleisch" hat er sich krümmend hinausgeschrien, das einem das Mark in den Gebeinen gefror. Er schmunzelte ins Auditorium hinein, blinzelte diesen oder jenen an - ganzer Zoll ein Schau-Spieler. Sie nannten es "eine neue Konfrontation der bieden Medien Sprache und Musik auf vollkommen gleichberechtigter Ebene."

Figuren auf alten Papier

Gegensätzliches, gar widersinniges spricht aus dem Bildern, der teilweise auf Papier aus uralten Akten entstanden sind, "weil darauf nichts verläuft;" wie Nossmann sagt. So ist die Schrift auf Grundbuchauszügen noch zu sehen. Die Figuren sind in Bewegung, durchdrungen von plötzlichen Einfällen, viele lassen Boshaftigkeit durchblicken. Irgenwie erinnern sie an Glasbrenner, zumindest an seine Zeit. Die Töne sind verklungen, die Gedichte noch nachzulesen. Nossmanns Bilder kann man noch bis zum 31. Juli in der Galerie EinStein in Großziethen, Schillerstrasse 5, auch kaufen.
Elfriede Steyer

 

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