Galerie EinStein

Ausstellungen und Künstler PressetexteWerkschau - Monika KrügerKontaktImpressum
 
 
  Pressetexte  
 
Zur Presseartikel-Übersichtsseite Mit Gefühl und Verstand durch die Linse
Stern-Fotoreporter Harald Schmitt stellt in der Großziethener Galerie EinStein aus
7. Februar 2000
Märkische Allgemeine
     
 

Großziethen - Ein volles Haus in der Galerie EinStein am Freitagabend. Anziehungspunkt waren Fotos des weitgereisten, mehrfach preisgekrönten Fotoreporters Harald Schmitt. 110 Länder hat er bereist, Momente festgehalten und hinter die Kulissen geblickt.Was dabei herauskam, ist in vielen Titelgeschichten und Serien des "Stern" erschienen.

Eine verhältnismäßig kleine Auswahl ist nun unter dem Titel "Mit offenen Augen"- Fotos mit unüblichem Blick" bei Monika Krüger zu sehen. Da wären die so ganz unüblichen Sportbilder zu nennen. Jan Ullrich nicht als der strahlende Mann im gelben Trikot, sondern erschöpft, ausgepumpt, wie er sich noch im Auto nach seinem furiosen Etappensieg in Andorra im Juli 1997 den Schweiß aus dem Gesicht wischt. "Schumi" von seiner Braut umarmt.

Schmitt hat viele Wettkämpfe, Siege und Niederlagen
festgehalten, denn seine angestrebte Laufbahn begann als Sportreporter. Immer wollte er zum Stern - "wie viele in den 60er Jahren", erzählte er. Dieses Ziel zu erreichen, scheute er keine, auch nicht die geringste Stufe. Fotograf für Pass-, Baby-, Hochzeitsbilder lernte der 1948 Geborene. Die "Trierer Landeszeitung" brauchte keinen Fotografen, aber einen Laborgehilfen. Auch diese Tätigkeit übte Schmitt aus. Aber "es hat mich immer in die Welt gezogen", und der Vater, ein Barkeeper, meinte: "Junge, du musst was machen, wo du rumkommst." Sven Simon nahm ihn dann in seiner Agentur unter Vertrag. Zwei Jahre in Bonn folgten, weil er einsatzbereit, belastbar und einer war, "der mit Messer und Gabel essen konnte". Dann brach er aus, nach Nizza. "Ein Fehler", sagte Simon, aber "es ist das Recht der Jugend, Fehler zu machen". Ein Jahr später war er zurück, Simon, der väterliche Freund, nahm ihn wieder auf.

1977 fragte der "Stern" ihn - nicht umgekehrt! - ob er dort anfangen wolle. Ein Nachfolger von Thomas Höpcke für den "Auslandseinsatz" in der DDR wurde gebraucht. Bis 1982 war er in Berlin akkreditiert. Zwei Jahre zuvor hatte er Anette, die Restaurateurin im Märkischen Museum, zu fotografieren. 1982 haben sie geheiratet. Wer sie an diesem Abend in Großziethen sah, versteht das.

In diesen Jahren begleitete er mehrmals Erich Honecker, auch in Sambia und Japan. "Er war viel lockerer, als die Presse ihn immer dargestellt hat" , fand Harald Schmitt. Dennoch wurde sein Aufenthalt nicht verlängert, als er für den "Stern" jenen mysteriösen Attentat nachgegangen war, das ein Dachdecker auf Honecker verübt haben sollte

Mit dem Auslandsredakteur Dr. Tilman Müller war er dreimal in der Mongolei.Das Ergebnis, Fotos von Steppenbewohnern, Hirten, Reitern und Begegnungen mit Wölfen, aber auch der Miss Mongolia, der Schönheitskönigin des Landes im Aufbruch, sind auf einer Wand der Galerie anzuschauen. Man sieht Bilder, in denen ganze Geschichten stecken.

Neben Dokumentarischem und auch Verneigung vor Schönheit (Tänzerinnen in Vietnam) zeigt Harald Schmitt soziales Engagement mit Gefühl. Zum Beispiel bei dem Abschied des Sozialarbeiters Olaf Straberg von einem dioxingeschädigten Kind, das in Deutschland auf Kosten des Kinderfriedensdorfs aus Oberhausen operiert worden war. Schmitt, der jedem Reporterklischee entgegensteht- ein freundlicher, offenherziger Mann- sagte: "Ich will die Welt nicht verbessern, sondern transparenter machen." Elfriede Steyer

  Seitenanfang  
 
  copyright

© Galerie EinStein . Inhaberin: Monika Krüger . Telefon 03379 445 173 . Berlin-Schönefeld, 1998-2007